Durchblick, verborgenes und Bäume

Zweiter Teil der Fotoexkursion mit Thomas Martin für den Lionsclub Kalender 2017 vom 27.05.2016

Nachdem wir den Kulturbahnhof mit seinen Kunstwerken im Kasten hatten ging es zum Friedrichsplatz.

Dem Zentrum jeder Documenta Ausstellung. Dem zentralen Platz in der Stadt der zum Verweilen einlädt aber von vielen nur hastig überquert wird. Hier befinden sich die meisten der Documenta Kunstwerke die in Kassel verblieben sind.

Wir wollten die Kunstwerke:

  • Rahmenbau von der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co
  • Die Raumskulptur von Per Kirkeby
  • Den vertikalen Erdkilometer von Walter de Maria
  • den ersten und den letzten Baum von Joseph Beuys Projekt, 7000 Eichen. Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung
  • die Fremden von Thomas Schütte
  • und die Klang Installation Three to one von Max Neuhaus

fotografieren.

Zunächst schauten wir uns den Bereich in Richtung Aue an.

Dort ist der Rahmenbau installiert und lockt mit seinen Sichtachsen dazu ein, fotografiert zu werden. Leider gibt es bereits so viele Fotos davon, das es schwer ist, eine andere Sicht der Rahmen zu bekommen.

Mit einer Drohne könnte man noch versuchen, die Sicht von der anderen Seite hinzubekommen. Leider hatten wir keine zur Verfügung.

Ich kam auf die Idee, den Rahmen als Spiegelung in einem der Fenster der Documenta Halle zu fotografieren. Dort hängen außerdem alle Plakate der vergangenen Ausstellungen.

Rahmen Spiegelung
Rahmen Spiegelung im Fenster der Dokumentahalle

Weiter ging es über den Steinweg zum Fridericianum. Dort befindet sich der vertikale Erdkilometer. Zugegeben ein eher unspektakulärer Stein in dessen Mitte ein Messingstück sichtbar ist.

Ein für immer im Boden versenkter unsichtbarer, eintausend Meter langer Metallstab.

Erst zu Hause hatte ich die Idee, die Entwicklung etwas farbiger zu gestalten.

Also entwickelte ich alles um den Mittelpunkt in einer Blau Färbung und das Gelb des Messingmittelpunktes wurde etwas verstärkt.

der Erdkilometer
der Erdkilometer

Wir wollen allerdings noch ein anderes Foto davon erstellen und sind gespannt, wie diese Bildidee dann ankommt.

Weiter ging es mit den beiden „Beuys Bäume“ vor dem Fridericianum.

Leider hat Joseph Beuys die Fertigstellung seines Kunstwerks nicht mehr erlebt. Den letzten Baum pflanzte deshalb seine Ehefrau.

der erste und der letzte
der erste und der letzte

Zu mehr Fotos sind wir an dem Tag nicht mehr gekommen.

Trotzdem eine schöne kleine Fotowanderung die wir mit einer Tasse Kaffee in einem bekannten Restaurant am Friedrichsplatz ausklingen ließen.

Wer mehr über die Documenta, die Geschichte, Künstler und Kunstwerke erfahren möchte ist natürlich auf der Internetseite http://www.documenta.de richtig.

Fotowalk Kassel Juni 2016

Der nächste Fotowalk in Kassel steht an diesem Wochenende an.

Es treffen dort Modelle und Fotografen zusammen, die vorher noch nie zusammen gearbeitet haben. Viele verschiedene Charaktere und Temperamente prallen zusammen. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, was er gerne bei einem solchen Ereignis erleben und mitnehmen will.

Es ähnelt ein wenig dem Verhalten in einer Disco.

Viele unterschiedliche Leute die eigentlich alle ein Ziel haben.

Problem dabei, man steht sich oft selbst im Weg. Die einen trauen sich nicht den anderen anzusprechen und ärgern sich hinterher über die verpassten Gelegenheiten.

Ich habe mal versucht, die Teilnehmer bei einem Fotowalk in Kategorien einzuteilen.

Die Liste ist willkürlich und mit einem leichten schmunzeln zu lesen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig

  • Die Anfänger (Fotografen und Modelle) Sie trauen sich oft nicht, jemanden anzusprechen und sind hinterher enttäuscht das sie nicht zum Zug gekommen sind.
  • Die Verabreder. Fotografen und Modelle die sich bereits kennen oder schon immer mal zusammen Fotos machen wollten. Diese verabreden sich dann vorher und wollen oft auch nur mit dieser einen Person Fotos machen.
  • Die alles außer Portrait Fotografen. Sie lichten normalerweise andere Motive ab und möchten sich auch mal an einem Modell versuchen. Wissen aber nicht, wie sie das außerhalb eines Fotowalks anfangen sollen
  • Die Sammler. So bezeichne ich Fotografen und Modelle, die von Motiv zu Motiv und von Person zu Person hetzen um so viele Fotos als möglich zu bekommen. Die Ergebnisse die dabei herauskommen sind dann entsprechend.
  • Die Listenshooter. Das sind meistens Fotografen mit einem ausgesprochenen Geltungsbedürfnis. Ohne zu fragen oder auf die Situation zu achten drängen sie sich dazwischen um schnell ihre Idee und das Model abzuhacken und zum nächsten Listenpunkt zu eilen. Meistens vergessen sie auch mal ihren Namen mittzuteilen sind aber pikiert wenn man sie höflich auf ihr verhalten hinweist.
  • Die Heimlichen. Sie stört der Trubel. Aus diesem Grund stehen sie oft abseits, Stellen wie wild an ihren Kameras herum und versuchen mit langen Brennweiten Portrait Fotos zu machen.
  • Die Weitergeber. Das sind Fotografen, die versuchen ihr Wissen an dritte weiterzugeben.
  • Die Profis. Das sind wir eigentlich alle, es hat nur noch nicht jeder bemerkt

Eventuell erkennt sich ja der eine oder andere sogar

Zeit ein wenig auf das Thema Modelführung einzugehen

Für mich hat sich am Anfang meiner fotografischen Laufbahn immer die Frage gestellt wie ich das Model dazu bekomme sich so darzustellen, wie ich mir das vorstelle.

Es gibt zahlreiche Probleme, die bei diesem Thema auf einen zukommen können.

Es beginnt mit der eigenen Kreativität das Model richtig in Szene zu setzten. Nicht jedes Model ist für jede Pose oder Bildidee geeignet bzw. umgekehrt.

Das nächste Problem liegt darin, dem Model verständlich zu machen wie es sich bewegen muss um die Bildwirkung die man sich vorstellt zu erzielen.

Fotografie von Personen hat sehr viel mit ständiger Kommunikation zu tun und macht gerade für mich den Reiz aus.

Mit Personen zu arbeiten, Bildideen selber bestimmen und umsetzten zu können, das zeichnet eigentlich die Besonderheit der People Fotografie aus.

Was ich allerdings oft festgestellt habe ist die Tatsache, dass sich viele Fotografen, die gerne in diesen Bereich einsteigen wollen, extrem schwer tun mit der Modelführung.

Was sollte ich also als Fotograf bei der Modelführung beachten.

Wie in einem anderen Blog Artikel bereits beschrieben ist der Mensch vor der Kamera wichtig

Es gibt einfach kein Patentrezept mit dem man erreicht, das jedwedes Model genau das macht, was man gerne hätte. Jeder Mensch ist völlig anders. Und zwar sowohl die Menschen vor als auch hinter der Kamera. Jeder Mensch vor der Kamera muss individuell behandelt werden, damit er sich wohl fühlt.

Je nach Model reichen einzelne Worte, um zu verdeutlichen, was man sehen will. Oft muss man Posen als Fotograf vormachen. Was man immer versuchen sollte zu vermeiden ist Körperkontakt in jedweder Form.

Man kann immer jemdanden bitten, die Haare aus dem Gesicht zu streichen oder die Falte an der Bluse oder Rock zu richten.

Sollte es sich tatsächlich nicht vermeiden lassen, immer erst fragen bevor man etwas tut.

Bevor man anfängt zu fotografieren sollte man im Kopf eine Liste mit grundlegenden Schritten abhaken.

  • Habt ihr euch bekannt gemacht?
  • Hast du als Fotograf erklärt, was du für eine Bildidee hast und was das Model dabei zu tun hat? Sehr hilfreich ist dabei oft…. ein Beispielfoto aus dem Internet.
  • Ganz wichtig: welche Wünsche hat das Model?

 

Bei Anweisungen vorher absprechen, welche Richtung man meint wenn man „den Kopf nach links neigen“ sagt.

Ich nehme meist meine Handfläche und erkläre kurz die Bewegungen dazu. Ein kurzer Test und schon kann es losgehen.

Viele Fotografen fangen dann an zu fotografieren.

Stopp…… Atmet einmal kurz durch. nehmt die Kamera runter und überblickt die Szene. Nichts ist ärgerlicher als die Kippe, die leere Flasche oder der Mülleimer im Hintergrund.

Wenn ihr dann fotografiert lasst das Model wissen, wann ihr abdrückt. Es kann sich dann besser auf das Posing konzentrieren, entsprechend Körperspannung aufbauen und Augenbewegungen koordinieren.

Es ist einfach doof, wenn das Foto einfach klasse ist aber das Model in genau diesem Moment die Augen geschlossen hat.

Am einfachsten geht es wenn ihr, wie beim Starten eines einhundert Meterlauf, zählt. 3, 2, 1, Foto.

Probiert es aus und ihr werdet viel weniger Fotos haben die ihr aussortieren müsst.

Wichtig. Grade nach den ersten Fotos zusammen mit dem Model die Fotos ansehen. Zeigt dem Model die Fotos und schaut gemeinsam nach Verbesserungen. Nur so lernt auch das Model dazu und kann sich entsprechend positionieren.

Wichtig neben klaren Anweisungen an das Model sind definitiv der Spaß, die Atmosphäre, das Vertrauen sowie Verständnis miteinander.

Ein Fotograf ist zu einem gewissen Teil auch ein Entertainer. Die richtige Mischung aus Spaß und Arbeit zu finden, kann schon schwierig sein, aber letztendlich ist es immer eine Frage des miteinander.

Modelführung ist ein fast endloses Thema zu dem es jede Menge Literatur, Videos und Workshops gibt.

Ich lerne immer wieder neue Charaktere, Herangehensweisen und Reaktionen kennen und finde es dabei spannend zu beobachten, wie viele Modelle häufig auf wieder andere Weisen an Shootings herangehen.

Bis zum Sonntag beim Fotowalk in Kassel.

Sprecht mich einfach an wenn ihr Fragen zum Thema Modelführung habt.

Ich bin übrigens der mit dem gelben Kameragurt 😀

Kunst oder Kraut?

An einem freien Freitag trafen Thomas und ich uns mal wieder zum gemeinsamen fotografieren.

Abermals ging es um den Kalender für 2017.

Wir wollten am Kulturbahnhof die Kunstwerke „Das über die Pflanzen – ist eins mit ihnen“ von Lois Weinberger und „Man Walking to the Sky“ von Jonathan Borofsky fotografieren.

Der Himmelsstürmer ist ja bereits hundertfach aus allen möglichen Positionen abgelichtet worden.

Nun habe auch ich ein Foto erstellt.

Es ist schon eine imposante Erscheinung, wenn man am Ende des Stabs in die Hocke geht und dann nach oben blickt.

Man walking to the Sky
Man walking to the Sky

Die nächste Station war im Bahnhof.

Dort ging es erstmal an die Suche wo sich das Kunstwerk befindet.

Leider gibt es keinerlei Schilder oder Hinweise im Bahnhof

Die meisten Reisenden laufen also achtlos daran vorbei.

Für diejenigen, die es suchen. Es befindet sich an der rechten Seite des Bahnhofsgebäudes am Gleis 1.

Am Ende gibt es eine Holzbrücke über die man, sogar Barrierefrei, zum Gleis 1 gelangt.

Beim Betrachten des Kunstwerks drängt sich der erste Gedanke auf.

Kunst oder UnKraut?

Auf einer Länge von ca 100 Meter wuchern Pflanzen wild zwischen alten Bahngleisen

Einige kleinere Büsche und Bäume haben den neuen Lebensraum besetzt.

So steht man also dort und überlegt, wie kann man, aus Sicht eines normalen Betrachters recht unspektakulären Ort ein Foto machen, welches den ursprünglichen Gedanken des Künstlers aufgreift.

Also runter auf die Knie, Blende auf und los.

So ist das folgende Foto entstanden.

Die Pflanzen übernehmen die Vorherrschaft. Kraftvoll und doch filigran wachsen sie aus dem harten steinigen Untergrund und überwuchern die vorhandene Zivilisation

 

Kunst oder Kraut?
Kunst oder Kraut?

Plus Size Model

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Hitchhiker

Du bist keine Farbkopie
Ein Original und keine Fälschung.
Du passt in kein Schema rein
Und genau das passt ihn nich‘
Sie haben nur ein Ideal
Doch du lässt dich nicht verbiegen
Und wenn ich dir was sagen darf
Dann bleib so. Du bist schön (Text: Luxuslärm)

Am Pfingstsonntag haben wir, im Rahmen des Projekts „du bist schön“, ein Shooting zum Thema Plus Size Modelle und US Cars umgesetzt.

Was bietet sich bei diesem Thema an?

Natürlich die wilden fünfziger jahre. Mit Petticoat und Rock and Roll.

Als Fotografen waren Thomas Martin, Tobias Brämer und ich vor Ort. Als Visagistin konnte ich Monika Becker von  monis-makeup-vanity  gewinnen und so ging es um 13.00 Uhr los.

Die Modelle Tanja, Helge, Yvonne, Evelyn und Rebecca zogen sich um und wurden von Monika geschminkt.

Wir machten uns auf den Weg, Autos aussuchen, Bildideen besprechen und Blitze aufbauen und positionieren.

Ich arbeitete mit einem 80 ziger Oktaschirm und meinen Yungnuo Blitzen wobei einer das innere des Fahrzeugs aufhellen sollte.

Weiter habe ich geschaut, die Modelle in eine Geschichte einzubinden.

Autopanne, warten und trampen passte gut zu dem Thema und so haben wir das dann zusammen umgesetzt.

Zwischenzeitliche Schauer konnten die Stimmung nicht trüben und so wurde es ein sehr netter und lustiger Shootingtag.

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Die Autopanne

 

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Trampen

 

Hyperfokaldistanz

Hyperfokal was ist das und wozu brauche ich das überhaupt?

Das Problem von Schärfe und Unschärfe kennst du wenn du eine Landschaftsaufnahme machen möchtest.

Dabei sollen die Berge am Horizont, aber eben auch der Vordergrund, der nur ein paar Meter entfernt ist mit aufs Bild.

Wenn du mit der Automatik fotografierst kennst du das Problem. Fokussiert man den Baum wird der Hintergrund unscharf und umgekehrt.

Einige Kameras haben Automatik Programme, die speziell für Makro, Sport oder auch Landschaftsaufnahmen gemacht wurden.

Oft sind es aber Lichtsituationen oder Langzeitbelichtungen bei denen wir mit der Automatik nicht weiterkommen.

Welche Einstellungen du an deiner Kamera vornehmen musst um trotzdem scharfe Fotos zu erstellen, versuche ich dir hier zu erklären.

Die Blende

Die Blendenzahl ist für die Schärfentiefe zuständig. Damit kannst du steuern, was scharf ist und was nicht.
Je kleiner die Blendenzahl, umso geringer ist die Schärfentiefe und umgekehrt.

(Beispiel: Blende 2 bedeutet, dass ein Bereich von ca. 2 cm scharf ist und alles was davor oder danach ist, wird unscharf.)

Einfach die größte Blendenzahl zu nehmen löst das Problem allerdings nicht.

Stellen wir uns eine stark geschlossene Blende vor. Man sieht nur mehr eine kleine Öffnung. An den Rändern der Blenden-Lamellen wird das Licht minimal abgelenkt. Das ist Physik.

Die Hyperfokaldistanz ist die Entfernung, ab der alle Objekte bis unendlich noch als scharf empfunden werden.

Wird an diesem Punkt fokussiert, dann erstreckt sich die Schärfentiefe von der halben Hyperfokaldistanz bis unendlich.

Das ganze kann man auch im Internet in ungezählten Artikeln nachlesen

Einige Beispielseiten zum Thema:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperfokale_Entfernung

http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Hyperfokaldistanz_erklaert_und_angewendet/2152.aspx

http://pixelsucht.net/wie-du-mit-der-hyperfokaldistanz-knackig-scharfe-fotos-machst/

 

Ein Blick auf die  Grafik verdeutlicht am besten was die Hyperfokaldistanz ist.

Hyperfokal

Vieles davon klingt irre technisch. Ich versuche es hier mal in Rezeptform aufzuschreiben.

Aufgabe: Wir möchten eine Baumreihe mit einer Kamera und einer 24 mm Brennweite fotografieren (z.B. eine Baum Allee)

  1. Objektiv auf einen der Bäume fokussieren.
  2. Distanz von unserer Kamera bis zum ersten Punkt, der scharf sein soll bestimmen.
    Das kann man meist gut abschätzen. Es kommt da auch nicht unbedingt auf den cm genau an.
  3. Blendenwert bestimmen und einstellen. Dies macht man am einfachsten mit hilfe einer Tabelle oder, für die technikinteressierten unter Euch, per Handy App. Allerdings gibt es doch immer noch viele Landstriche, wo ihr keinen Handyempfang habt. Da helfen dann die alten Hilfsmittel, Papier und Bleistift weiter.

Einen Rechner für die Distanz findet ihr übrigens hier http://www.digitipps.ch/hyperfokale-distanz-berechnen.html

Achtet dabei bei der Eingabe auch auf euren Crop Faktor der Kamera

Auf der Seite könnt ihr euch auch gleich die entsprechenden Listen ausdrucken.

Und nun viel Spaß beim ausprobieren.

Tipps zur Sportfotografie

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Immer wieder werde ich von Leuten gefragt, wie sie gute Sportbilder machen können.

Der Anlass zum Einstieg in die Sportfotografie ist oft, den Sohn oder die Tochter bei der Ausübung ihres Sportes aufzunehmen oder bei einem Firmenevent das fotografische festhalten eines Fußball Turniers.

Einleitend möchte ich darauf hinweisen, dass professionelle Sportfotografie eine Materialschlacht ist. Die Bilder, die ihr tagtäglich in Zeitungen seht, sind in der Regel von erfahrenen Fotografen mit Equipment aus dem fünfstelligen Eurobereich vor ihrem Auge gemacht. Also geht bitte nicht mit der falschen Erwartungshaltung an euren Versuch, Sport zu fotografieren.

Dass es auch ohne entsprechendes Equipment funktioniert versuche ich euch hier zu erklären.

Wenn ihr euch die Bilder zu diesem Artikel anschaut, dann sind das sicherlich nicht die tollsten Sportbilder, die ihr jemals gesehen habt. Sie reichen aber aus, um in Zeitschriften, Webseiten ja sogar bei Sportevents auf Großleinwänden gezeigt zu werden.

Um sportliche Bewegungen adäquat festhalten zu können, sind relativ kurze Belichtungszeiten notwendig. Es hat bei mir einige Zeit gebraucht, bis ich die richtigen Einstellungen gefunden habe um diese Fotos zu machen. Unter einer 1/500 Sekunde würde ich es erst gar nicht versuchen. Positive Auswirkung dieser Belichtungszeit ist, dass ihr keine teureren Objektive mit Verwacklungsschutz braucht.

Es gibt eine wichtige Voraussetzung beim Hallensport, aber auch bei Spielen unter Flutlicht. Ihr braucht ISO2000 – mindestens. Wenn ihr keine Kamera habt, die bei diesen ISO Werten brauchbares aufnehmen kann, dann wird es sehr schwierig etwas scharfes zu fotografieren.

Tipp: lebt mit der Bewegungsunschärfe und baut sie in das Bild ein. Ein Laufduell kann so prima fotografiert werden, ein Kopfballduell eher nicht.

In der Regel werden Sportbilder mit großen Brennweiten fotografiert. Zum einen kann ich so einen Zweikampf auch weiter entfernt fotografieren und da es sich um Objektive mit großer Offenblende handelt, kann ich so den Zweikampf auch schön vor dem meist unruhigen Hintergrund freistellen.

Mein Tipp: probiert es hinter dem Tor und wartet auf einen Angriff. Beim Fußball oder Handball klappt es auch mit einem kleinen Tele. So sind zum Beispiel 85mm am Crop für Handball eine tolle Brennweite für kampfbetonte Bilder am Torraum.

Meistens ist der Sport, den ihr fotografieren wollt, schnell. Kurze Belichtungszeiten sind das eine, aber viel wichtiger ist eigentlich die Auslöseverzögerung der Kamera. Bei meinem ersten Eishockeyspiel bei 9 Bilder pro Sekunde war trotzdem nur ein Bild mit Puck dabei.

Ihr müsst den Sport kennen, den ihr fotografiert. Nur so habt ihr eine Chance gegen die Auslöseverzögerung der Kamera zu gewinnen.

Bei einem hochklassigen Spiel mache ich rund 400 Bilder. Vielleicht 100 der Bilder davon sind gut.. Wenn ich Glück habe, ist ein Bild so gut, dass ich es mir ohne aktuellen Bezug auch noch in einem halben Jahr anschaue.

Mein Tipp für euch: fotografiert viel, aber seid sehr sparsam mit dem Zeigen. Der Ausschuss ist riesig.

Ich würde euch auch empfehlen, in JPG zu fotografieren und nicht in RAW. Zum einen bekommt eure Kamera vermutlich so mehr Bilder pro Sekunde hin und zum zweiten schmeißt ihr eh viele weg. Es ist immer sinnvoll im M-Modus zu fotografieren. Bestimmt anfänglich die Belichtungszeit und stellt diese auf eurer Kamera ein. Achtet auch auf den Weißabgleich. Grade in Hallen mit Kunstbeleuchtung ist es erforderlich, den automatischen Weißabgleich auszuschalten. Dadurch gewinnt ihr ebenfalls ein paar Millisekunden, die die Kamera nicht rechnen muss. Macht am Anfang ein Foto mit der Automatik und schaut nach, welche Farbtemperatur die Kamera gewählt hat. Danach könnt ihr die Kamera einstellen.

Flutlicht beim Fußball. Das ist in den Ecken oft eine Blende und mehr dunkler als in der Mitte. Da es hier aber nicht so starke Unterschiede im Hintergrund gibt – der in der Regel dunkel ist – könnt ihr hier die ISO Automatik oder Blendenautomatik verwenden. Ihr müsst nur die richtige Belichtungskorrektur finden und einstellen.

Single Shot oder High Speed? Beides hat Vor- und Nachteile. Probiert aus, was euch besser liegt.

Und nehmt genügend Speicherkarten mit. Ca 30% der Bilder entstehen in den letzten 10 Minuten. Die Dramatik der letzten Spielminuten kann die besten emotionalen Momente bringen. Wäre schade, wenn ihr da keine Speicherkapazität mehr habt.

Achtet bei eurer Position auch auf den Hintergrund. Teleobjektive holen entfernte Dinge nah ran und bei “preiswerteren” Objektiven ist die benötigte Blende für scharfe Bilder eventuell so klein, dass auch der Hintergrund scharf ist. (Stichwort: Hyperfokaldistanz!) Da lenkt es den Betrachter des Bildes schnell ab, wenn irgendwas aus dem Körper des Sportlers wächst. Es gilt das gleiche, wie auch bei Portraitfotos – aber es ist schwieriger umzusetzen.

Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Tipp: lösen.

Und zwar von der eigentlichen Situation.

Gerade bei großen Spielfeldern bekommt ihr den Zweikampf auf der anderen Seite einfach nicht vernünftig fotografiert. Ärgert euch nicht.

Schaut dann ruhig, was um euch herum passiert. Fluchende oder jubelnde Zuschauer oder Trainer können auch ein gutes Bild ergeben.

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Das oben angeführte gilt übrigens hauptsächlich für Ball- und Mannschaftssportarten. Motorsport ist viel einfacher zu fotografieren, weil mit längeren Belichtungszeiten gearbeitet werden kann. Die Bewegungen der Fahrzeuge sind in der Regel leichter vorherzusehen. Mein Tipp: Stellt euch in die Kurven, denn da sind die Fahrzeuge langsamer als auf Geraden, und als Einstiegsbelichtungszeit kannst du den Kehrwert der Geschwindigkeit wählen (Fährt das Auto mit 80km/h an einem vorbei beträgt die Belichtungszeit 1/80s)

Gut ist es, im Inneren der Kurve zu stehen und da eher am Kurvenausgang – besonders bei Motorradfahrern: achtet einfach, auf welchen Punkt der Fahrer am Ende der Kurve schaut, da stellt ihr euch hin. Nehmt einen besonders tiefen Kamerastandpunkt ein, am besten ihr legt euch hin.

Achtet bitte immer auf eure eigene Sicherheit. Schon ein Handball kann – an den Kopf geworfen – sehr wehtun. Sprecht eure Standorte im Zweifelsfall mit Veranstalter und/oder Sportler ab. Die freuen sich übrigens in der Regel über tolle Bilder. Manchmal entstehen so weitere interessante Möglichkeiten zum Fotografieren.

Bildrechte ist eigentlich ein separates Thema. Nur kurz: Du darfst Zuschauer bei einer öffentlichen Veranstaltung fotografieren ohne zusätzliche nachfragen. Sollte jemand grundsätzlich etwas dagegen haben, muss er dir dies entsprechend mitteilen.

Ich bin da immer sehr zurückhaltend.

Ich packe meinen Koffer und nehme zum Outdoor Shooting mit…….

Wer kennt das Spiel nicht.

Was ich für einen Fotowalk alles mitnehme habe ich bereits in meinem Blogbeitrag fotowalk-was-ist-das-überhaupt beschrieben.

Nun gehe ich auf den Bereich des Aufsteckblitzes ein.

Da ich von Hause aus bequem bin, wollte ich nicht auch noch zusätzlich ein Blitzstativ mitschleppen.

Bei Outdoor Shootings, die ich immer wieder durchführe, nehme ich diese schon mit, da am Set nicht immer Leute vorhanden sind, die die Blitze entsprechend positionieren können.

Ich habe mir mittlerweile ein tragbares Blitz Setup zurechtgelegt, ohne dafür Tief in die Tasche greifen zu müssen.

Es besteht aus folgenden Komponenten:

YN-560 IIIYN560-TX6923_p1

 

 

 

 

 

 

 

roundflash

Einbein

Eneloop

 

 

 

 

 

 

  • 1 x Yongnuo 560 III Blitz
  • 1 x Yongnuo 560 TX Sender
  • 1 x Yongnuo RF 602 Empfänger
  • 1 x Roundflash Beauty Dish
  • 1 x Einbeinstativ
  • 8 x Eneloop pro AA Akkus

Den RF 602 nutze ich als Befestigung des Blitzes auf dem Stativ. Der Empfänger hat eine Metall Mutter in den das Gewinde des Einbeins hervorragend passt. So habe ich einen sicheren Halt des Blitzes und muss nicht irgendwelche Adapter und Halterungen anschrauben.

Außerdem habe ich immer auch den passenden kleinen Funkauslöser als Backup dabei.

Auf den Blitzempfänger kommt also der Yongnuo 560 Blitz. Seit der neueren Version dieses Blitzes gibt es die Möglichkeit, die Blitzleistung über den 560TX zu regulieren.

Auf den Blitz kommt noch der Beauty Dish, welcher mit einem Klettband festgemacht wird.

Fertig ist ein unglaublich mobiles und dennoch leistungsstarkes Mittel um Outdoor Fotos zu machen.

Die Lichtcharakteristik und Lichtausbeute des Beauty Dish überrascht mich dabei immer wieder.

Außerdem ist er unglaublich leicht und zusammengefaltet passt er in den kleinen mitgelieferten Beutel von ca 15 cm Durchmesser.

Die Blitze und Sender / Empfänger von Yongnuo haben mich noch nie im Stich gelassen und mit den Akkus schaffe ich gut 200 – 300 Auslösungen (bei 1/4 Leistung)

Wer Lust und Interesse hat, mehr über das entfesselte blitzen zu erfahren, den weise ich schon mal auf meinen Workshop hin, den ich auch in diesem Jahr wieder anbieten werde.

 

 

Fotos Outdoor gegen die Sonne

Foto entstanden beim Fotowalk Kassel 2016
Foto entstanden beim Fotowalk Kassel 2016

Wie bekommt man solche Fotos hin?

Das Foto entstand im Auepark in Kassel.

Die Kombination der verschiedenen Materialien sowie das Kostüm des Models fand ich sehr Interessant.

Ich wollte ein Foto, bei dem die Sonne von schräg hinten die Kontur des Models richtig zur Geltung kommen lässt.

Die Schwierigkeit bei diesen Fotos sind die Helligkeitswerte zwischen überstrahltem Himmel und fast schwarzem Vordergrund. Dies kann man an den Bäumen gut erkennen.

Automatische Belichtungen können dies nicht lösen.

Ich gehe jetzt tiefer auf den Aspekt gegen die Sonne blitzen ein.

Bevor ihr gegen die Sonne fotografiert, ist es wichtig, dass die Linse der Kamera besonders sauber ist. Sonst führen die kleinsten Flecken oder Kratzer zu einer Verteilung des Lichts, wodurch das Foto ruiniert sein würde.

Nichts ist schlimmer als ein Staubkorn, welches sich auf dem Foto wie eine große Seifenblase auswirken kann. Bei manchen Fotos sind diese Lens Flare gewollt. Für das obere Foto wäre es nicht akzeptabel.

Außerdem muss ein Aufhelllicht benutzt werden, um bei der Belichtung eines Objektes im Vordergrund nachzuhelfen. Man kann den Blitz auch durch einen Reflektor mit Silberfolie ersetzten. Dieser müsste allerdings schon recht groß sein, um das Model komplett auszuleuchten. Am besten ist es einen Blitz zu benutzen, da auf diese Weise das Model direkt in den Sonnenstrahlen platziert werden kann.

Viel Blitzleistung?

Nun können einige denken, ja klar. Umso ein Foto hinzubekommen brauche ich schon richtig Blitzleistung.

Viele Fotografen arbeiten bei dieser Art von Fotos mit großen portablen Studioblitzen.

Ich habe bislang noch keine Situation gehabt, bei denen ich dies brauchte.

Rechtfertigen tun sich diese, meiner Meinung auch nur, wenn es um Hochglanz Fotos für große Werbeagenturen oder Kataloge geht.

Für den „normalen“ Gebrauch bis hin zu guten Druckerzeugnissen ist der Nutzen in relation zu den hohen Anschaffungspreisen eher gering.

Ich habe für obiges Foto lediglich einen Aufsteckblitz und einem Dish der Firma Roundflash benutzt.

 

Ich versuche euch mal die obige Aufnahmesituation anhand einer Skizze zu zeigen.

Setup_Outdoor1

Wie ihr seht, steht die Sonne links hinter dem Model. Auf dem Foto könnt ihr das auch anhand des Schattens auf dem Boden erkennen.

Wichtig bei diesen Fotos ist, nicht direkt in die Sonne zu sehen.

Durch die verstärkung im Objektiv kann das tatsächlich zu verletzungen der Netzhaut führen.

Tipp:

Wenn ihr Fotos mit hohen Kontrastwechseln macht dann nutzt die Spotmessung eurer Kamera.

Vorteil dieser Belichtungsmessmethode ist, dass sich die Messung präzise auf einen Punkt beschränken lässt.

Nachteil ist die erforderliche Genauigkeit in der Messung, kleine Änderungen an der Bildgestaltung im Sucher führen zu eklatant anderen Messergebnissen.

Kehren wir zum Setaufbau zurück.

Das Kleid und das Gesicht des Models waren gegenüber dem Himmel und dem Umgebungslicht eindeutig zu dunkel.

Also habe ich einen Helfer gebeten, den Blitz von schräg oben, auf das Model auszurichten.

Als Einstellung habe ich ISO 100 und Blende 11 gewählt, da mein Objektiv bei dieser Blende die größte Tiefenschärfe aufweist.

Ich habe mit 14 mm Brennweite fotografiert. Dies entspricht bei der Olympus, bei einem Cropfaktor von 2,0, etwas 28 mm.

Auslösung stand auf 1/100 sec und der Blitz war auf 1/4 Leistung bei 24mm.

Welche Ausrüstung ich genutzt habe erkläre ich euch beim nächsten Blogartikel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonderserie „back in black“

Diesen Blogeintrag nutze ich einmal dazu, um eine neue Fotoserie anzukündigen und ein wenig darüber zu erzählen.

Was ist die Serie denn nun?

Nun, ganz vereinfacht gesagt handelt es sich um eine reine schwarz-weiß Serie, ohne viel Schnick Schnack.

Durchzogen von klassischer Linienführung und harten, kontrastreichen Schwarz Weiß Werten.

Es handelt sich hierbei nicht um eine Graustufen Optik, sondern eher um Bilder mit extremer Lichtsetzung und harten Kontrasten.

Hierbei arbeite ich gezielt mit Licht und Schatten und lasse bewusst Bereiche ins schwarze Verlaufen, um ganz eigenwillige Formen und Optiken zu erreichen.

Also keine Fashion oder Beauty Fotografie?

Natürlich ist es keine Beauty bzw. Fashion Fotografie.

Es soll auch sein, dass Gesichter bewusst absaufen oder eben auch Kleidungsdetails, nicht immer zu erkennen sind.

Wie wird man Model für die Serie?

Nun, das ist ganz einfach

Als Model bewerben kann sich erstmal jeder, der möchte.

Ich entscheide dann wie und ob derjenige in die Serie hineinpasst.

Was sind die Kriterien?

Ein Gesicht, Körper und schwarze Kleidung.

Generell, sollte mir Ausdruck gefallen, ebenso sollte man ein wenig wissen, wie man sich vor der Kamera bewegt.

Viel wichtiger ist der Kleiderfundus.

Die Farbe ist schwarz

Ihr solltet also viel schwarze Kleidung zur Verfügung haben und am liebsten lang oder extravagant.

  • Typische Beispiele:
  • Mäntel und lange Jacke
  • Kleider, Röcke, Blusen
  • Kleidung mit extravaganten Schnitten,
  • Riemen, Schnüre, Gürtel
  • extravagante Schnitte (lang oder knapp) und durchscheinende Materialien
  • Latexkleidung aller Art, Lycra, schwarze Stehkrägen etc.

Absolute No-Go´s sind

Straßenkleidung, bunte Kleidung wie farbige Oberteile, blaue Jeans. Generell keine bedruckte Klamotten, bei denen das Markenlogo zentral sichtbar sind.

Wenn ihr denkt dass ihr in diese Serie hineinpasst, könnt ihr mich gerne einfach, über meine E-Mail Adresse (holger@bernhofen.de) anschreiben

Ihr könnt aber auch sehr gerne einen meiner sozialen Kanäle (Facebook, Instagram, Model-Kartei, Fotocommunity etc) nutzen.