allgemein

Fotowalk Kassel Juni 2016

Der nächste Fotowalk in Kassel steht an diesem Wochenende an.

Es treffen dort Modelle und Fotografen zusammen, die vorher noch nie zusammen gearbeitet haben. Viele verschiedene Charaktere und Temperamente prallen zusammen. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, was er gerne bei einem solchen Ereignis erleben und mitnehmen will.

Es ähnelt ein wenig dem Verhalten in einer Disco.

Viele unterschiedliche Leute die eigentlich alle ein Ziel haben.

Problem dabei, man steht sich oft selbst im Weg. Die einen trauen sich nicht den anderen anzusprechen und ärgern sich hinterher über die verpassten Gelegenheiten.

Ich habe mal versucht, die Teilnehmer bei einem Fotowalk in Kategorien einzuteilen.

Die Liste ist willkürlich und mit einem leichten schmunzeln zu lesen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig

  • Die Anfänger (Fotografen und Modelle) Sie trauen sich oft nicht, jemanden anzusprechen und sind hinterher enttäuscht das sie nicht zum Zug gekommen sind.
  • Die Verabreder. Fotografen und Modelle die sich bereits kennen oder schon immer mal zusammen Fotos machen wollten. Diese verabreden sich dann vorher und wollen oft auch nur mit dieser einen Person Fotos machen.
  • Die alles außer Portrait Fotografen. Sie lichten normalerweise andere Motive ab und möchten sich auch mal an einem Modell versuchen. Wissen aber nicht, wie sie das außerhalb eines Fotowalks anfangen sollen
  • Die Sammler. So bezeichne ich Fotografen und Modelle, die von Motiv zu Motiv und von Person zu Person hetzen um so viele Fotos als möglich zu bekommen. Die Ergebnisse die dabei herauskommen sind dann entsprechend.
  • Die Listenshooter. Das sind meistens Fotografen mit einem ausgesprochenen Geltungsbedürfnis. Ohne zu fragen oder auf die Situation zu achten drängen sie sich dazwischen um schnell ihre Idee und das Model abzuhacken und zum nächsten Listenpunkt zu eilen. Meistens vergessen sie auch mal ihren Namen mittzuteilen sind aber pikiert wenn man sie höflich auf ihr verhalten hinweist.
  • Die Heimlichen. Sie stört der Trubel. Aus diesem Grund stehen sie oft abseits, Stellen wie wild an ihren Kameras herum und versuchen mit langen Brennweiten Portrait Fotos zu machen.
  • Die Weitergeber. Das sind Fotografen, die versuchen ihr Wissen an dritte weiterzugeben.
  • Die Profis. Das sind wir eigentlich alle, es hat nur noch nicht jeder bemerkt

Eventuell erkennt sich ja der eine oder andere sogar

Zeit ein wenig auf das Thema Modelführung einzugehen

Für mich hat sich am Anfang meiner fotografischen Laufbahn immer die Frage gestellt wie ich das Model dazu bekomme sich so darzustellen, wie ich mir das vorstelle.

Es gibt zahlreiche Probleme, die bei diesem Thema auf einen zukommen können.

Es beginnt mit der eigenen Kreativität das Model richtig in Szene zu setzten. Nicht jedes Model ist für jede Pose oder Bildidee geeignet bzw. umgekehrt.

Das nächste Problem liegt darin, dem Model verständlich zu machen wie es sich bewegen muss um die Bildwirkung die man sich vorstellt zu erzielen.

Fotografie von Personen hat sehr viel mit ständiger Kommunikation zu tun und macht gerade für mich den Reiz aus.

Mit Personen zu arbeiten, Bildideen selber bestimmen und umsetzten zu können, das zeichnet eigentlich die Besonderheit der People Fotografie aus.

Was ich allerdings oft festgestellt habe ist die Tatsache, dass sich viele Fotografen, die gerne in diesen Bereich einsteigen wollen, extrem schwer tun mit der Modelführung.

Was sollte ich also als Fotograf bei der Modelführung beachten.

Wie in einem anderen Blog Artikel bereits beschrieben ist der Mensch vor der Kamera wichtig

Es gibt einfach kein Patentrezept mit dem man erreicht, das jedwedes Model genau das macht, was man gerne hätte. Jeder Mensch ist völlig anders. Und zwar sowohl die Menschen vor als auch hinter der Kamera. Jeder Mensch vor der Kamera muss individuell behandelt werden, damit er sich wohl fühlt.

Je nach Model reichen einzelne Worte, um zu verdeutlichen, was man sehen will. Oft muss man Posen als Fotograf vormachen. Was man immer versuchen sollte zu vermeiden ist Körperkontakt in jedweder Form.

Man kann immer jemdanden bitten, die Haare aus dem Gesicht zu streichen oder die Falte an der Bluse oder Rock zu richten.

Sollte es sich tatsächlich nicht vermeiden lassen, immer erst fragen bevor man etwas tut.

Bevor man anfängt zu fotografieren sollte man im Kopf eine Liste mit grundlegenden Schritten abhaken.

  • Habt ihr euch bekannt gemacht?
  • Hast du als Fotograf erklärt, was du für eine Bildidee hast und was das Model dabei zu tun hat? Sehr hilfreich ist dabei oft…. ein Beispielfoto aus dem Internet.
  • Ganz wichtig: welche Wünsche hat das Model?

 

Bei Anweisungen vorher absprechen, welche Richtung man meint wenn man „den Kopf nach links neigen“ sagt.

Ich nehme meist meine Handfläche und erkläre kurz die Bewegungen dazu. Ein kurzer Test und schon kann es losgehen.

Viele Fotografen fangen dann an zu fotografieren.

Stopp…… Atmet einmal kurz durch. nehmt die Kamera runter und überblickt die Szene. Nichts ist ärgerlicher als die Kippe, die leere Flasche oder der Mülleimer im Hintergrund.

Wenn ihr dann fotografiert lasst das Model wissen, wann ihr abdrückt. Es kann sich dann besser auf das Posing konzentrieren, entsprechend Körperspannung aufbauen und Augenbewegungen koordinieren.

Es ist einfach doof, wenn das Foto einfach klasse ist aber das Model in genau diesem Moment die Augen geschlossen hat.

Am einfachsten geht es wenn ihr, wie beim Starten eines einhundert Meterlauf, zählt. 3, 2, 1, Foto.

Probiert es aus und ihr werdet viel weniger Fotos haben die ihr aussortieren müsst.

Wichtig. Grade nach den ersten Fotos zusammen mit dem Model die Fotos ansehen. Zeigt dem Model die Fotos und schaut gemeinsam nach Verbesserungen. Nur so lernt auch das Model dazu und kann sich entsprechend positionieren.

Wichtig neben klaren Anweisungen an das Model sind definitiv der Spaß, die Atmosphäre, das Vertrauen sowie Verständnis miteinander.

Ein Fotograf ist zu einem gewissen Teil auch ein Entertainer. Die richtige Mischung aus Spaß und Arbeit zu finden, kann schon schwierig sein, aber letztendlich ist es immer eine Frage des miteinander.

Modelführung ist ein fast endloses Thema zu dem es jede Menge Literatur, Videos und Workshops gibt.

Ich lerne immer wieder neue Charaktere, Herangehensweisen und Reaktionen kennen und finde es dabei spannend zu beobachten, wie viele Modelle häufig auf wieder andere Weisen an Shootings herangehen.

Bis zum Sonntag beim Fotowalk in Kassel.

Sprecht mich einfach an wenn ihr Fragen zum Thema Modelführung habt.

Ich bin übrigens der mit dem gelben Kameragurt 😀

Plus Size Model

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Hitchhiker

Du bist keine Farbkopie
Ein Original und keine Fälschung.
Du passt in kein Schema rein
Und genau das passt ihn nich‘
Sie haben nur ein Ideal
Doch du lässt dich nicht verbiegen
Und wenn ich dir was sagen darf
Dann bleib so. Du bist schön (Text: Luxuslärm)

Am Pfingstsonntag haben wir, im Rahmen des Projekts „du bist schön“, ein Shooting zum Thema Plus Size Modelle und US Cars umgesetzt.

Was bietet sich bei diesem Thema an?

Natürlich die wilden fünfziger jahre. Mit Petticoat und Rock and Roll.

Als Fotografen waren Thomas Martin, Tobias Brämer und ich vor Ort. Als Visagistin konnte ich Monika Becker von  monis-makeup-vanity  gewinnen und so ging es um 13.00 Uhr los.

Die Modelle Tanja, Helge, Yvonne, Evelyn und Rebecca zogen sich um und wurden von Monika geschminkt.

Wir machten uns auf den Weg, Autos aussuchen, Bildideen besprechen und Blitze aufbauen und positionieren.

Ich arbeitete mit einem 80 ziger Oktaschirm und meinen Yungnuo Blitzen wobei einer das innere des Fahrzeugs aufhellen sollte.

Weiter habe ich geschaut, die Modelle in eine Geschichte einzubinden.

Autopanne, warten und trampen passte gut zu dem Thema und so haben wir das dann zusammen umgesetzt.

Zwischenzeitliche Schauer konnten die Stimmung nicht trüben und so wurde es ein sehr netter und lustiger Shootingtag.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Autopanne

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Trampen

 

Hyperfokaldistanz

Hyperfokal was ist das und wozu brauche ich das überhaupt?

Das Problem von Schärfe und Unschärfe kennst du wenn du eine Landschaftsaufnahme machen möchtest.

Dabei sollen die Berge am Horizont, aber eben auch der Vordergrund, der nur ein paar Meter entfernt ist mit aufs Bild.

Wenn du mit der Automatik fotografierst kennst du das Problem. Fokussiert man den Baum wird der Hintergrund unscharf und umgekehrt.

Einige Kameras haben Automatik Programme, die speziell für Makro, Sport oder auch Landschaftsaufnahmen gemacht wurden.

Oft sind es aber Lichtsituationen oder Langzeitbelichtungen bei denen wir mit der Automatik nicht weiterkommen.

Welche Einstellungen du an deiner Kamera vornehmen musst um trotzdem scharfe Fotos zu erstellen, versuche ich dir hier zu erklären.

Die Blende

Die Blendenzahl ist für die Schärfentiefe zuständig. Damit kannst du steuern, was scharf ist und was nicht.
Je kleiner die Blendenzahl, umso geringer ist die Schärfentiefe und umgekehrt.

(Beispiel: Blende 2 bedeutet, dass ein Bereich von ca. 2 cm scharf ist und alles was davor oder danach ist, wird unscharf.)

Einfach die größte Blendenzahl zu nehmen löst das Problem allerdings nicht.

Stellen wir uns eine stark geschlossene Blende vor. Man sieht nur mehr eine kleine Öffnung. An den Rändern der Blenden-Lamellen wird das Licht minimal abgelenkt. Das ist Physik.

Die Hyperfokaldistanz ist die Entfernung, ab der alle Objekte bis unendlich noch als scharf empfunden werden.

Wird an diesem Punkt fokussiert, dann erstreckt sich die Schärfentiefe von der halben Hyperfokaldistanz bis unendlich.

Das ganze kann man auch im Internet in ungezählten Artikeln nachlesen

Einige Beispielseiten zum Thema:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperfokale_Entfernung

http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Hyperfokaldistanz_erklaert_und_angewendet/2152.aspx

http://pixelsucht.net/wie-du-mit-der-hyperfokaldistanz-knackig-scharfe-fotos-machst/

 

Ein Blick auf die  Grafik verdeutlicht am besten was die Hyperfokaldistanz ist.

Hyperfokal

Vieles davon klingt irre technisch. Ich versuche es hier mal in Rezeptform aufzuschreiben.

Aufgabe: Wir möchten eine Baumreihe mit einer Kamera und einer 24 mm Brennweite fotografieren (z.B. eine Baum Allee)

  1. Objektiv auf einen der Bäume fokussieren.
  2. Distanz von unserer Kamera bis zum ersten Punkt, der scharf sein soll bestimmen.
    Das kann man meist gut abschätzen. Es kommt da auch nicht unbedingt auf den cm genau an.
  3. Blendenwert bestimmen und einstellen. Dies macht man am einfachsten mit hilfe einer Tabelle oder, für die technikinteressierten unter Euch, per Handy App. Allerdings gibt es doch immer noch viele Landstriche, wo ihr keinen Handyempfang habt. Da helfen dann die alten Hilfsmittel, Papier und Bleistift weiter.

Einen Rechner für die Distanz findet ihr übrigens hier http://www.digitipps.ch/hyperfokale-distanz-berechnen.html

Achtet dabei bei der Eingabe auch auf euren Crop Faktor der Kamera

Auf der Seite könnt ihr euch auch gleich die entsprechenden Listen ausdrucken.

Und nun viel Spaß beim ausprobieren.

Fotos Outdoor gegen die Sonne

Foto entstanden beim Fotowalk Kassel 2016
Foto entstanden beim Fotowalk Kassel 2016

Wie bekommt man solche Fotos hin?

Das Foto entstand im Auepark in Kassel.

Die Kombination der verschiedenen Materialien sowie das Kostüm des Models fand ich sehr Interessant.

Ich wollte ein Foto, bei dem die Sonne von schräg hinten die Kontur des Models richtig zur Geltung kommen lässt.

Die Schwierigkeit bei diesen Fotos sind die Helligkeitswerte zwischen überstrahltem Himmel und fast schwarzem Vordergrund. Dies kann man an den Bäumen gut erkennen.

Automatische Belichtungen können dies nicht lösen.

Ich gehe jetzt tiefer auf den Aspekt gegen die Sonne blitzen ein.

Bevor ihr gegen die Sonne fotografiert, ist es wichtig, dass die Linse der Kamera besonders sauber ist. Sonst führen die kleinsten Flecken oder Kratzer zu einer Verteilung des Lichts, wodurch das Foto ruiniert sein würde.

Nichts ist schlimmer als ein Staubkorn, welches sich auf dem Foto wie eine große Seifenblase auswirken kann. Bei manchen Fotos sind diese Lens Flare gewollt. Für das obere Foto wäre es nicht akzeptabel.

Außerdem muss ein Aufhelllicht benutzt werden, um bei der Belichtung eines Objektes im Vordergrund nachzuhelfen. Man kann den Blitz auch durch einen Reflektor mit Silberfolie ersetzten. Dieser müsste allerdings schon recht groß sein, um das Model komplett auszuleuchten. Am besten ist es einen Blitz zu benutzen, da auf diese Weise das Model direkt in den Sonnenstrahlen platziert werden kann.

Viel Blitzleistung?

Nun können einige denken, ja klar. Umso ein Foto hinzubekommen brauche ich schon richtig Blitzleistung.

Viele Fotografen arbeiten bei dieser Art von Fotos mit großen portablen Studioblitzen.

Ich habe bislang noch keine Situation gehabt, bei denen ich dies brauchte.

Rechtfertigen tun sich diese, meiner Meinung auch nur, wenn es um Hochglanz Fotos für große Werbeagenturen oder Kataloge geht.

Für den „normalen“ Gebrauch bis hin zu guten Druckerzeugnissen ist der Nutzen in relation zu den hohen Anschaffungspreisen eher gering.

Ich habe für obiges Foto lediglich einen Aufsteckblitz und einem Dish der Firma Roundflash benutzt.

 

Ich versuche euch mal die obige Aufnahmesituation anhand einer Skizze zu zeigen.

Setup_Outdoor1

Wie ihr seht, steht die Sonne links hinter dem Model. Auf dem Foto könnt ihr das auch anhand des Schattens auf dem Boden erkennen.

Wichtig bei diesen Fotos ist, nicht direkt in die Sonne zu sehen.

Durch die verstärkung im Objektiv kann das tatsächlich zu verletzungen der Netzhaut führen.

Tipp:

Wenn ihr Fotos mit hohen Kontrastwechseln macht dann nutzt die Spotmessung eurer Kamera.

Vorteil dieser Belichtungsmessmethode ist, dass sich die Messung präzise auf einen Punkt beschränken lässt.

Nachteil ist die erforderliche Genauigkeit in der Messung, kleine Änderungen an der Bildgestaltung im Sucher führen zu eklatant anderen Messergebnissen.

Kehren wir zum Setaufbau zurück.

Das Kleid und das Gesicht des Models waren gegenüber dem Himmel und dem Umgebungslicht eindeutig zu dunkel.

Also habe ich einen Helfer gebeten, den Blitz von schräg oben, auf das Model auszurichten.

Als Einstellung habe ich ISO 100 und Blende 11 gewählt, da mein Objektiv bei dieser Blende die größte Tiefenschärfe aufweist.

Ich habe mit 14 mm Brennweite fotografiert. Dies entspricht bei der Olympus, bei einem Cropfaktor von 2,0, etwas 28 mm.

Auslösung stand auf 1/100 sec und der Blitz war auf 1/4 Leistung bei 24mm.

Welche Ausrüstung ich genutzt habe erkläre ich euch beim nächsten Blogartikel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Model beim Fotowalk. Und nun?

Du hast dich dafür entschieden, an einem Fotowalk als Model teilzunehmen.

Es gibt da Modelle, die lassen kaum einen Fotowalk aus. Schließlich ist es eine tolle Möglichkeit, in recht kurzer Zeit mit vielen Fotografinnen und Fotografen zu shooten.

Hierzu nur eine kleine Anmerkung.

Der Fotowalk ist eine freiwillige Sache auf TFP Basis bei dem auf beiden Seiten (Fotograf / Model) vom absoluten Neulingen bis zum Profi alles vertreten ist.

Natürlich ist es toll, mit der/dem einen Fotografin / Fotografen / Model zu shooten, mit dem man das schon immer mal vorhatte.

Auf einem Fotowalk ist das aber eher schwierig, es sei denn, man verabredet sich im Vorfeld bereits. Denkt aber daran, dass so ein Fotowalk nicht immer die idealen Bedingungen für solch ein Vorhaben bietet.

Also nicht enttäuscht sein, wenn die Ergebnisse nicht unbedingt euren Erwartungen entsprechen oder der / diejenige schlicht keine Zeit hat. Einfach einen anderen Termin mit eurem Traum Model oder Fotografen machen denn dazu ist so ein Fotowalk eben da. um Kontakte zu knüpfen und um dem einen oder anderen über die Schulter zu sehen.

Was sollte ich anziehen?

Auffällige Kleidung, spezielle Mottos (z.B. Cosplay, Rokoko etc.) laden natürlich dazu ein, das sich Fotografen um einen Scharren wie die Motten um das Licht.

Wie in der Werbung gilt auch bei einem Fotowalk, „Sex sells“. Je weniger Stoff, je bunter und knalliger das Ganze, umso mehr Fotografen werden sich um euch versammeln. Wenn das eure Absicht ist, könnt ihr gerne so auftreten.

Im Grunde genommen benötigt man gar nicht so viel. Continue reading

Fotowalk, was ist das überhaupt?

Am 17. April ist es wieder so weit.

Jede Menge Leute, Modelle, Fotografen, Menschen die Lust und Laune haben zum Fotografieren, zum Klönen und zum sehen und gesehen werden kommen zum Fotowalk in Kassel zusammen.

Fragt sich eigentlich nur, was ist das eigentlich und was erwartet mich da überhaupt.

Bei einem Fotowalk treffen sich Modelle, Fotografen, Alt und Jung, um neue Kontakte zu knüpfen, neue Gesichter zu fotografieren, sich über Technisches auszutauschen und um einen schönen und lustigen Tag mit alten und neuen Bekanntschaften zu verbringen.

Willkommen sind alle, die Spaß und Freude an der Fotografie haben.

Meistens wird der Fotowalk von Fotografen organisiert, die in der jeweiligen Stadt wohnen und dort die schönsten Ecken kennen.

Wer an einem Fotowalk teilgenommen hat, ist nicht selten vom Virus infiziert.

Es kommt vor, dass Teilnehmer so begeistert von der Idee eines Fotowalks sind, dass sie selber Treffen organisieren.
Ich kann jedem Fotoverrückten nur raten, mal an einem Fotowalk teil zu nehmen.

Die Teilnahme an einem Fotowalk findet auf TFP Basis statt. In der Regel gibt es keine extra Verträge. Wer dennoch auf einem Vertrag besteht, muss ihn eigenständig mitbringen. Bei der Masse an Leuten ist es aber eher lästig, sich jedes Mal eine Unterschrift geben zu lassen.

Was muss ich mitnehmen?

An die Fotograf kann ich eigentlich nur die empfehlung geben, weniger ist mehr.

Beim letzten Fotowalk habe ich gestaunt, welches Equipment so unterwegs war.

Vom Blitz über große Sunbouncer, Fototaschen mit x Objektiven und mehrer Kameras war alles vertreten. Selbst Stative wurden mitgebracht und herumgetragen.

Jeder muss selbst wissen, was er so schleppen möchte. Ich versuche immer die Ausrüstung so klein wie möglich zu halten.

Was packe ich diesmal in meinen Fotorucksack?

Meine E620 mit Batteriegriff. Damit schaffe ich den gesamten Tag ohne Akkuwechsel.

Eine zusätzliche Speicherkarte (wobei ich es noch nie geschafft habe, eine tatsächlich mal voll zu bekommen). Maximal zwei Objektive wobei ich vermutlich das OLYMPUS 14-42mm
und das OLYMPUS 40-150mm nutzen werde.

Da ich dieses mal auch einen kleinen Workshop zum Thema „entfesseln Biltzen“ auf dem Fotowalk anbiete, nehme ich noch zwei Yongnuo YN-560 Blitze mit entsprechenden Funkauslösern und Empfängern mit.

Ausserdem einen faltbareren Beauty Dish und ein Einbeinstativ um den Blitz darauf zu befestigen.

Morgen schreibe ich noch was ein Model mitnehmen sollte um den Fotomarathon zu überstehen 🙂

Deine Kamera macht tolle Bilder!

Deine Kamera macht tolle Bilder!

Das ultimative Lob oder nicht?

Noch immer herrscht die Meinung, dass es eben doch auf das Equipment des Fotografen ankommt um gute Fotos zu machen.

Und weil das so ist, lebt die Kameraindustrie sehr gut von Massen an Fotografen die auf der Suche nach der ultimativen Kamera sind.

Der einen Kamera, mit der man gar nicht mehr anders kann, als perfekte Bilder zu machen.

 

Die Sache mit der Technik

Warum schreiben trotzdem so viele Fotografen über die Technik, warum gibt es Millionen von Tutorial-Videos auf YouTube und Co.

Continue reading

Wie erstelle ich meine Porträts

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Eine oft gestellte Frage an mich ist, wie ich meine Porträts mache.

Meistens kommt die Frage, welches Licht ich nehme und wie ich dieses setzte. Welche Einstellungen an der Kamera ich vornehme. Wie ich die Bildbearbeitung mache.

Ich bin Fotograf und kein Bildbearbeiter.

Das bedeutet ich nehme mir für ein Shooting viel Zeit.

Sei es im Vorfeld mit der Planung nach geeigneten Orten, dem richtigen Zeitpunkt (Sonnenstand) um das Foto zu machen, dem Model welches dort hineinpasst und eventueller Hilfe durch zusätzliche Menschen.

Ich bearbeite meine Bilder kaum da ich bereits beim Shooting darauf achte, dass der Bildaufbau, der Ausdruck des Models und das Lichtsetup stimmen.

Im Laufe der Zeit lernt man, wie man Lichter gezielt einsetzen kann. Sei es als available light oder mit Unterstützung von Blitzen oder Aufhellern.

In den typischen Tutorials wird meistens der Blick auf die Technik wiedergeben.

Welcher Blitz mit welchem Lichtformer in welchem Winkel und Abstand gesetzt wird, welche Kamera mit welcher Linse und alle die anderen technischen Details.

Der Mensch vor der Kamera ist wichtig
Continue reading

Beauty Retusche

Beauty Retusche ist ein Thema über das sich wunderbar kontrovers diskutieren lässt.

Ich finde es immer wieder erschreckend, wenn einige Fotografen erzählen, wie viel Zeit sie in der Post Produktion verbringen. Photoshop, Ebenen und Filter sind ein absolutes Muss, bevor es ein gutes Foto ist.

Es herrscht die Meinung dass man in jedem Fall dieses Beauty Retusche Dings machen muss, bevor ein Foto raus kann. Es ist fast zum Volkssport geworden, Haut auf möglichst unterschiedlichste Art zu „optimieren“. In den unterschiedlichsten Blogs, oder YouTube sprießen immer neue und tolleren Methoden hervor.

Jede Hautpore und Unebenheit wird bearbeitet, geglättet und die Hauttöne angepasst.

Der kleinste Makel wird erbarmungslos ausgemerzt und dann geht es meist erst richtig los. Die Nase wird begradigt, die Wangenknochen angelegt und die Haare fülliger gemacht.

Am Ende hat mein ein Ergebnisbei der die Realität oft nicht mehr mithalten kann.

Die ganze Schönheits- und Kosmetik-Industrie lebt von Photoshop. Klar, dass auf den Produktverpackungen absolut makellose Gesichter glänzen müssen. Und wir lassen uns davon beeinflussen und kaufen das in der attraktiveren Verpackung. Für solche Werbefotos finde ich es auch absolut legitim.

Ich spreche hier aber mehr davon, dass bildhübsche Models mit tollem Make Up am Ende noch gedodgt und geburnt werden. Ich finde das muss nicht sein. Auch ohne Photoshop können Bilder toll und sexy und Beauty sein.

Ich bin kein Photoshop Gegner. Auch ich mache vor allem die temporären Makel, wie den Pickel weg. Da ist eine Ader im Auge geplatzt, auch das wird behoben. Ebenso Hautrötungen, die teilweise durch Blitzlicht noch verstärkt werden.

Ich versuche die Lichtsetzung vor dem Bild anzupassen. Wer ein Problem mit den ersten Fältchen hat, wird nicht mit knallhartem Licht malträtiert. Extrem tiefe Augenringe werden auch schon mal etwas aufgehellt, aber nie komplett entfernt.

Für mich kommt die Retusche ins Spiel, wenn es offensichtliche Dinge sind, die ich beim Fotografieren nicht sorgfältig genug geprüft habe. Wir achten auf die schönen Dinge und blenden den Pickel und die Hautunreinheiten aus. In dem Fall ist Photoshop ein Segen, um hier das Foto dem etwas anzugleichen, was entgangen ist. Die Kamera sieht anders, auf einem Foto bekommen die einzelnen Elemente andere Stellenwerte als in der Realität.

Bitte denkt doch mal darüber nach, ob wirklich jedes Gesicht retuschiert werden muss. Sollte die Bearbeitung der Haut nicht eher das letzte Mittel sein, statt der Standard?

Entstellt eine Narbe? Macht ein abstehendes Haar hässlich? Muss alles perfekt sein?

Ich finde die Perfektion der Beauty-Bildchen langweilig. Ich möchte nicht gegen Photoshop wettern, aber ich glaube, dass Hautretusche nicht sein muss. Statt 400 Fotos zu schießen sollte man sich wieder auf das wesentliche des Fotografierens besinnen.

Wie bei jedem Thema gibt es bei diesem Thema natürlich nicht nur Schwarz und Weiß, Hop oder Top.

Bild7