Ein Traumschiff und zwei Bombenbauer

Merkwürdige Überschrift oder?

Aber dazu am Ende mehr.

Wieder sollte ein Kunstwerk für den neuen Lionsclub Kalender fotografiert werden.

Dieses Mal hatten Thomas und ich uns ein Traumschiff als Motiv ausgesucht.

In die Jahreszeit passen natürlich Frühlingsblumen, Osterhasen und Ostereier.

Also verabredeten wir uns für Samstag früh vor dem Standort des Schiffes.

Wie ein riesiges Papierschiffchen steht „Das Traumschiff Tante Olga“ vor der Heinrich Schütz Schule in Kassel. Documenta-Besucher werden sich kaum daran erinnern, wie das rund drei Meter hohe Kunstwerk von Anatol Herzfeld zur Documenta 6 im Jahr 1977 in die Stadt kam. Und wenige dürften wissen, dass das Schiff einst tatsächlich das Meer gesehen hat oder zumindest das Watt. Denn entstanden ist es in Dangast am Jadebusen. Anatol widmete das Traumschiff „Tante Olga“, der Kurhauswirtin Olga Tapken, der Mutter von Karl-August Tapken.

Es wurde von Anatol zusammen mit Kapitän Anton Tarpken (Fahrgastschiff Etta von Dangast) auf dem Wasserweg der Weser und der Fulda bis nach Kassel geschleppt.

Nun steht es auf einer Wiese im Trockendock und wird wohl nie wieder auf dem Wasser schwimmen. In die Außenhaut wurden Löcher gebohrt um das Regenwasser ablaufen zu lassen.

Ich schaute rings um das Schiff nach einem geeigneten Platz um ein Foto zu machen.

Schnell fand ich ihn unter einem riesigen Baum. Dort wuchsen auch noch einige kleine Frühlingsblumen und schon hatte ich meinen Bildaufbau.

Tiefer Kamera Standpunkt, im Vordergrund die Blümchen und im Hintergrund das Traumschiff.

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Aufbau für das Foto. Kamera umgedreht knapp über dem Gras. 42mm, 1/8 sec. f 22, ISO 100

Thomas war mittlerweile ebenfalls eingetroffen und so bauten wir unsere Ausrüstung auf und schossen die ersten Fotos.

Wir waren mittendrinn als wir angesprochen wurden. Unsere Überraschung war groß als wir feststellten, dass hinter uns drei Polizeibeamte in Schusssicheren Westen standen und uns fragten, was wir dort machen.

Wir erklärten ihnen, dass wir Fotos für einen Kalender aufnehmen. Auf unser Nachfragen berichteten die Beamten, dass sie von einem besorgten Bürger angerufen wurden. Da würden zwei Gestalten wohl eine Bombe zusammenbauen.

Das an dem Standort natürlich eine Sicherheitszone, wegen dem gegenüberliegenden Bundesarbeitsgericht und dem nahen ICE Bahnhof ist, war uns so nicht bewusst.

Besser einmal mehr kontrollieren als einmal zu wenig. Es zeigt aber, in welcher Zeit wir leben und wie das Sicherheitsempfinden durch die Ereignisse im Ausland geprägt werden.

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Traumschiff Tante Olga

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